Das FabLab auf der Bühne im INSEL-Theater

Das FabLab beteiligte sich im am 26. Mai, 20. und 21. Juli an drei von insgesamt vier Vorstellungen des experimentellen Theaterstücks „Das Publikum“ im INSEL Theater Karlsruhe. Das von Bernhard Herbordt und Melanie Mohren inszenierte Stück brachte Karlsruher Vereine und Initiativen auf die Bühne, die das Modell einer Stadt repräsentieren sollten. Die Schauspielerin Lodi Doumit und der Schauspieler Armin Wiesner veranschaulichten durch einen Dialog zunächst das Konzept der Veranstaltung und mischten sich schließlich durch gezielte Aktivitäten in das Geschehen auf der Bühne ein. Die Zuschauer, also das eigentliche Publikum wurde dazu angeregt, sich ebenfalls auf die Bühne zu begeben, in das Geschehen einzugreifen und so Teil des Stücks zu werden. Aus den Schauspielern, Vereinen und Zuschauern sollte so eine „Öffentlichkeit und Gegenöffentlichkeit“ hergestellt werden und untersucht werden, wie diese „miteinander verflochten sind“ (*). Neben dem FabLab Karlsruhe waren unter anderem der Garten der Religionen e.V., Debatte Karlsruhe e.V., Konsum Global e.V., der Albgrün-Verein e.V. sowie der Querfunk e.V. beteiligt. Am Ende wurde allen Beteiligten ein Zusammenschnitt von Filmaufnahmen gezeigt, die während der Veranstaltung aufgenommen wurden.

Stand des FabLab Karlsruhe bei „Das Publikum“ im INSEL-Theater

Leider waren bei den Aufführungen vermutlich wegen des schönen Wetters und dem parallel stattfindenden „Das Fest“ in der Günther-Klotz-Anlage nur sehr wenige echte Zuschauer anwesend. Das „Publikum“ bestand daher fast ausschließlich aus den Darstellern sowie den Repräsentanten der Vereine. Insofern konnte sich die gewünschte Atmosphäre aus Öffentlichkeit und Gegenöffentlichkeit zunächst nicht so recht einstellen, sondern man fühlte sich eher wie auf einem Kennenlern-Treffen für Karlsruher Initiativen. Bei der abschließenden Vorführung der Filmaufnahmen wurde man dann aber selbst zum Publikum und nahm die eigenen Aktivitäten plötzlich in neuem Licht wahr. Außerdem entwickelte man eine neue Sicht auf das Geschehene und erkannte, dass auf der Bühne nicht zuletzt durch die Aktionen der Schauspieler einiges mehr stattgefunden hatte, als man zunächst wahrgenommen hatte. Alles in Allem auch ohne echtes „Publikum“ eine spannenden Veranstaltung, die exemplarisch vor Augen führt, wie man in jedem Augenblick Akteur und Zuschauer zugleich ist.

(*) Programmheft zur Veranstaltung

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